Bernard Embacher

zeitgenössischer Künstler und Architekt, Tirol

Farbrauschender erlegt Stein um Stein

Von glatt zu rau
von Abgrenzung zu Auflösung

In bewusster Opposition zu glatter, naturgetreuer Feinmalerei hat Bernard Embacher den Pinsel verbannt und bedient sich einer eigens von ihm entwickelten Technik, die den Malduktus akzentuiert.

Als Tonwert, Kanon und Substanz
wird die Farbe zum plastischen Hauptdarsteller.

Er trägt die Farbe in dicken Schichten auf und arbeitet mit Spachtel und geknickten, gefalteten oder gerollten Papierseiten. Vertiefungen und Erhöhungen erzeugen erstaunliche Räumlichkeit; zum Oberflächenglanz der Ölfarbe kommen noch Spuren von aufgeblasenem reinem Pigment, Kohle, Glasstaub und Kreide hinzu.

Reliefartige Farbschichten –
eröffnen schöpferische Bildbetrachtung

Jeder Quadratmillimeter des Bildes besitzt die gleiche Wertigkeit und ist dessen rhythmischer Teil. Der pastose Farbauftrag eröffnet skulpturales Erleben und reizt zu dynamischer Bildbetrachtung: ein Eindringen in die Bildtiefe rückt das Motiv aus dem Sichtfeld und eröffnet neue Welten. Der Zoom auf das Bild lässt Farbspuren zu kleinteiligen, vielfältigen Mikroorganismen werden.

Malerei und Musik –
in synästhetischer Beziehung

Motivisch bewegt sich Embacher ungeniert zwischen den Fronten, seine Themen reichen von kunsthistorischen Zitaten und ironischen Anspielungen über klassische Genres bis hin zur Abstraktion. Essenziell ist dabei die Realisation in polyphoner Malweise. Als praktizierender Musiker ist sein bildnerisches Werk untrennbar mit Klängen verbunden. Farben und Formen sind immer in Verbindung zu Tönen, beinhalten Rhythmus, Pause, Verbindung, Loslösung … Integration verso Exposition, Harmonie verso Disharmonie, Spannung verso Auflösung.

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