Film

„Alles wird interessant, wenn man nur lange genug schaut.“
Arden Reed

So sehr sich Galerien und Museen großer Beliebtheit erfreuen und teils wahre Besucherströme die Kunstwerke betrachten, so erstaunlich kurz ist die Verweildauer vor den Werken. Die Mona Lisa beispielsweise wird im Durchschnitt nur 15 – 20 Sekunden lang betrachtet.

Der Blick oder viel mehr die ausführliche Betrachtung ist die Grundlage von Embachers „Videomalerei“. Sein Anreiz ist ein Ausschnitt, der wie die Komposition eines Gemäldes bewusst gewählt wird. Die Kamera fungiert als Rahmen und ist statisch auf diesen Ausschnitt gerichtet. Es gibt keine Kamerabewegung, keinen Zoom, aber auch keine Story oder Dramaturgie wie Einleitung oder Abspann. Das Interesse gilt dem Motiv und seiner Veränderung im Lauf der Betrachtungszeit. Diese eintretende Veränderung ist kalkuliert, aber nicht gesteuert, sondern zufällig wie zum Beispiel vorbeiziehende Wolken, fallende Tropfen, Menschen oder Tiere, die erscheinen und verschwinden oder auch nur vom Luftzug bewegte Gräser.  Diese, zum Teil minimalen Veränderungen setzen den Autofokus der Kamera in Gang. Während das menschliche Auge sich kontinuierlich der Situation anpasst, passiert die Scharfstellung hier schrittweise und deutlich nachvollziehbar.

Komposition und Tempo als wesentlichen Faktoren von Embachers Filmen entsprechen der fehlende Ton, die Konzentration auf Schwarz / Weiß und die Dauer von 30 Minuten pro Einstellung.

Die vorliegenden gekürzten Filme sind Zusammenschnitte einzelner Einstellungen und fanden ihre Uraufführung als Großprojektionen am 4.März 2019 in der „alten Gerberei“ in St. Johann in Tirol bei einem Konzert der Jeunesse mit Lautenist David Bergmüller und Percussionist Tobias Steinberger.

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